Dienstag, 30. September 2014

Rezension Zivilrecht: Rechtsmarkt in Deutschland


Wegerich / Hartung (Hg.), Der Rechtsmarkt in Deutschland – Überblick, Analysen, Erkenntnisse, 1. Auflage, Frankfurter Allgemeine Buch 2014

Von Rechtsanwalt Andreas Ihns, Fachanwalt für Familienrecht, Lübeck


Der Rechtsanwalt Karl-Peter Winter veröffentlichte im Jahr 1989 das Buch „Der Rechtsanwaltsmarkt“ und bot damit, soweit ich es überblicke, erstmals eine Analyse des wirtschaftlichen Umfeldes deutscher Rechtsanwälte. Auf seinen Erkenntnissen aufbauend entwickelte er Szenarien und bewies damit einen beachtlichen Weitblick. Seither sind über 20 Jahre vergangen. Es sind inzwischen zahlreiche Abhandlungen über anwaltliches Marketing und die betriebswirtschaftliche Führung von Anwaltskanzleien erschienen. Mit den Strukturen des Rechtsdienstleistungsmarktes und den zukünftigen Trends beschäftigte sich allerdings erst wieder die im Sommer 2013 erschiene Zukunftsstudie des DAV „Der Rechtsdienstleistungsmarkt 2030“.

Unter der Federführung von Prof. Dr. Thomas Wegerich und Markus Hartung erschien nunmehr in erster Auflage das Buch „Der Rechtsmarkt in Deutschland“. Insgesamt 34 Autoren tragen ihre Erkenntnisse über den deutschen Rechtsmarkt in 33 Aufsätzen zusammen und bieten damit ein vielschichtiges Bild vom wirtschaftlichen Umfeld deutscher Rechtsanwälte. Die einzelnen Artikel sind den drei Kapiteln „Der Status quo“, „Best Practices“ und „Trends“ zugeordnet.

Im Kapitel „Der Status quo“ wird zunächst ein kurzer Abriss gegeben über die Entwicklung des Rechtsmarkts in den letzten 25 Jahren, den Rechtsmarkt „heute“ sowie der Segmentierung des Rechtsmarkts. Im zweiten Kapitel wird unter der Überschrift „Best Practices“ eine Vielzahl unterschiedlicher Themen abgehandelt, etwa zum Vertrieb von Rechtsdienstleistungen, zum Cross-Selling, zu Innovationen im Rechtsmarkt oder zu Personalthemen wie dem „Recruiting“ oder der kanzleiinternen Weiterbildung. Im letzten Kapitel „Trends“ beschäftigen sich die Autoren u.a. mit dem Legal Process Outsourcing und Mayson fragt: Alternative Business Structures: Threat or opportunity?

Die einzelnen Kapitel bieten unterschiedlichen Erkenntnisgewinn. Ewer, seit 2009 Präsident des DAV, spricht sich in seinem Aufsatz „Der Rechtsmarkt heute“ bspw. für den Allgemeinanwalt und für die Einheitlichkeit des Anwaltsberufs aus. Seine Einsichten sind nicht neu, sie beherrschten eine Zeit lang die berufspolitische Diskussion um die Einheitlichkeit des Anwaltsberufs und waren, in den Grundzügen, immer wieder einmal im Anwaltsblatt nachzulesen. Die Einsicht, dass guter Rechtsrat auch in Allgemeinfeldern berufspolitisch wünschenswert sei, ist die eine Seite. Die wirtschaftliche Realität scheint mir allerdings, nicht nur in Deutschland, eine andere zu sein. Die Einsichten von Prof. Dr. Ewer sind die eines Verbandsfunktionärs, ich teile sie nicht, finde sie aber legitim. Ob die Proklamation eines berufspolitisch gewünschten Zustands zu den selbstgesteckten Zielen des Buches, nämlich Analysen und Erkenntnisse über den deutschen Rechtsmarkt zu bieten, passt, erscheint mir der Überlegung wert zu sein. Erfrischend ist in diesem Zusammenhang die Einschätzung Tauschs 350 Seiten weiter hinten: „Der Allgemeinanwalt ist tot, da nutzen auch die Mantras der Berufspolitiker nichts.“ Man kann es dem Werk nicht nachsagen, es würde nicht das gesamte Meinungsspektrum wiedergegeben.

Der Aufsatz von Tausch zum Thema „Kleinkanzlei: Archetypus und Schlusslicht – Denn sie wollen nicht wissen, was sie tun können“ ist unterhaltsam geschrieben und der Verfasser hatte ersichtlich Spaß daran, mit spitzer Feder eine Charakteristik der Anwaltschaft zu bieten. Der Text beginnt mit einem unterhaltsamen Ausblick auf das Jahr 2070. Interessant ist die Einschätzung des Autors auf Seite 391, dass im Jahr 2070 „Mediation (…) die Gerichte nahezu überflüssig gemacht…“ hat. Erstaunt hat mich dann allerdings die Ansicht des Autors auf Seite 414, dass die Mediation in Deutschland keinen Markt habe. Es ist schade, dass es der Autor hierbei belässt und diesen Widerspruch nicht aufklärt. Auch der kraftvolle Aufruf an den anwaltlichen Einzelkämpfer „Werdet James Bond!“ sorgt unter Berufsanfängern sicherlich für ein Schmunzeln, in einem Buch über den Rechtsmarkt aus Sicht der wirtschaftsberatenden Kanzleien wirkt er deplatziert. Der Text richtet sich eher an Studenten und Referendare. Für mich war er unterhaltsam, aber leider mit keinem Erkenntnisgewinn verbunden.

Interessant und überaus lesenswert ist fand ich den Aufsatz von Horstschäfer über das Key Account Management in einer internationalen Kanzlei. Der Autor gibt Einblick in die Tätigkeit eines Betreuers von „Schlüsselkunden“, also solchen Mandanten, die für die Existenz einer Kanzlei von besonderer Bedeutung sind und deren Betreuung oft eher intuitiv und nicht immer planmäßig erfolgt. Seine Erkenntnisse sind auch für kleinere Kanzleien interessant, obgleich der Aufbau eines vergleichbaren Key Account Managements an den fehlenden Ressourcen scheitern dürfte. Ergänzt wird der Aufsatz durch die Betrachtungen von Willamowski zum Client Relationship Management. Es ist überaus spannend zu sehen, wie betriebswirtschaftliche Instrumente Einzug in Anwaltskanzleien halten und dort zum Einsatz gelangen. Nach Einschätzung der Autoren wird sich die Beziehung zwischen Anwalt und Mandant künftig dahingehend verändern, dass Anwälte den Nutzen ihre Leistung stärker erklären und damit das Verhältnis zum Mandanten neu definieren müssen.

Diese Beispiele müssen aus Platzgründen reichen. Mir gefällt das Buch insgesamt gut, es gibt nur wenig Literatur, die sich mit dem Rechtsberatungsmarkt auseinandersetzt. Das Buch ist zwar nicht aus „einem Guss“ sondern wirkt eher wie eine Aufsatzsammlung. Dies hat zur Folge, dass die einzelnen Aufsätze nicht immer abgestimmt wirken, es gibt viele Wiederholungen und Überschneidungen. Dies stört insbesondere dann, wenn man das Buch in „einem Rutsch“ liest. Andererseits kann sich der Leser problemlos das ihn interessierende Thema heraussuchen und muss das Buch nicht von Anfang bis Ende durcharbeiten. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich intensiver mit dem „Rechtsmarkt“ auseinander setzen möchte und Spaß daran hat, das vielfältige Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet zu erhalten.

Montag, 29. September 2014

Rezension Zivilrecht: Vermeidbare Fehler im Notariat


Weingärtner, Vermeidbare Fehler im Notariat, 9. Auflage, Carl Heymanns 2014

Von RA, FA für Verkehrsrecht Sebastian Gutt, Helmstedt


Das vorliegende Werk richtet sich sowohl an den auf seine Bestellung zum Notariat wartenden Anwalt, als auch den amtierenden Notar und seine Mitarbeiter sowie richterliche Sachbearbeiter, kurzum an alle mit dem Notariat befasste Personen.

Der Autor, selbst ehemaliger Notarprüfer und Richter am LG a.D., will auf typische Fehler im Notariat hinweisen, damit der Notar diese in seiner Praxis von vornherein vermeiden kann. Das Werk ist aber nicht so aufgebaut, dass Fehler dargestellt und Lösungen angeboten werden. Vielmehr erläutert der Autor auf sehr angenehme Weise das Berufsrecht für Notare und geht hierbei insbesondere auf das BeurkG und die DONot ein. Dem Notaranwärter und Prüfling kann das Werk ans Herz gelegt werden, weil er mit ihm gut die Anwendung des BeurkG erlernen kann und zugleich auch noch auf typische Fehler hingewiesen wird.

Die Vorauflagen sind mir nicht bekannt. In der neunten Auflage jedenfalls – so steht es im Vorwort – sind von Weingärtner beispielsweise die Kommentierungen zu den Mitwirkungsverboten und zum Geldwäschegesetz aktualisiert worden. Auch Änderungen des BerukG und der DONot, um nur einige Beispiele zu nennen, wurden berücksichtigt.

Alle denkbaren Fehler können nicht abgehandelt werden, darauf weist der Autor auch hin. Gleichwohl werden die aus seiner Erfahrung heraus typischen Fehler abgehandelt.

Der Autor stellt zunächst den Umfang der Geschäftsprüfung und Dienstaufsicht dar. Hier bespricht er z.B. die Disziplinarmaßnahmen, die den Notar treffen können. Insbesondere auch im Hinblick auf die mündliche Prüfung für Notaranwärter sehr interessant und äußerst praxisrelevant wird es dann im zweiten und dritten Teil, wenn es um die allgemeinen Mitwirkungsverbote und diejenigen nach dem BeurkG und der BRAO geht. Hier kann ich mir ausmalen, dass sich Fragen hierzu in der mündlichen Prüfung geradezu anbieten. Die Ausführungen des Autors haben mir gut gefallen, zumal Weingärtner bemüht ist, die Sache durch anschauliche Beispielsfälle „aufzulockern“ und verständlicher zu machen. Was mir ebenfalls positiv aufgefallen ist, dass der Autor stets auch auf die Empfehlungen der Kammern zu Auslegungsfragen oder streitigen Punkten hinweist, wenn auch überwiegend für NRW, aber auch der Bundesnotarkammer.

Weitere Themenkomplexe, die u.a. erläutert werden, sind wiederkehrende Fehler bei der Führung der Bücher, Formale Mängel (Auswärtsbeurkundungen, Vertretung bei der Beurkundung) und Fehler beim Verwahrungsgeschäft. Im Anhang finden sich noch Richtlinien und diverse Rundschreiben wieder.

Das Buch hat einen stolzen Preis, kostet 80,00 €. Die ist es aber auch durchaus wert. Bei der Lektüre ist mir das eine oder andere Mal ein Licht aufgegangen und ich habe verstanden, warum ich in den Beurkundungen während meiner Notarvertretungen gewisse Dinge erklären muss, und vor allem, wie ich sie erklären muss. Darüber hinaus bin ich mir sicher, dass ich auf dem Weg zur notariellen Fachprüfung das Werk zu Rate ziehen werde. Die Informationen und das Wissen, das vermittelt, sind aus meiner Sicht sehr wertvoll.

Samstag, 27. September 2014

Rezension Öffentliches Recht: Hochschulkapazitätsrecht


Zimmerling / Brehm, Hochschulkapazitätsrecht, Band 2: Verfassungsrechtliche Grundlagen, 1. Auflage, Heymanns 2013

Von RA Christian Reckling, Hamburg


Die Entscheidung der Autoren das Kapazitätsrecht der Hochschulen in zwei Bände aufzuteilen, hat sich als äußerst hilfreich für das höchst komplexe Thema erwiesen. Erneut wurden für den zweiten Teil des Hochschulkapazitätsrechts mehr als 1.000 – häufig unveröffentlichte – Gerichtsentscheidungen ausgewertet. Dabei kommt dem Werk der Autoren auch die Funktion eines Kommentars zur Kapazitätsverordnung zu Gute.

Im ersten Teil des Buches wird die Bedeutung des Art. 12 Abs. 1 GG dargestellt und damit einhergehend die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zum Hochschulkapazitätsrechts. Die Darstellung erfolgt angemessen knapp, ist jedoch unerlässlich um die Grundlagen des Hochschulkapazitätsrechts zu verstehen.

Im zweiten Teil widmet sich das Werk dem Abbau des Hochschulkapazitätsrechts, wobei dies insbesondere am Beispiel der medizinischen Studiengänge erfolgt.

Im dritten Teil gelangt das Band in die Tiefen des Kapazitätsberechnungsmodells der Kapazitätsverordnung (KapVO). Den Autoren gelingt es dabei, das komplexe Thema des Hochschulkapazitätsrechts, mithin die Berechnungsgrundlage der Kapazitäten, ausführlich und verständlich zu erläutern und gleichzeitig die unübersichtliche Rechtsprechung aufzubereiten. Betrachtet man die Fußnoten bezüglich der Rechtsprechung der Verwaltungs- und Oberverwaltungsgerichte, so bietet die Publikation einen wahren Fundus an Rechtsprechung.

Da die Autoren selbst erfahrene Rechtsanwälte auf dem Gebiet des Kapazitätsrechts sind und bereits eine Vielzahl an Kapazitätsprozessen geführt haben, ist es nicht verwunderlich, dass in den Kapiteln mitunter auch deutliche Kritik geäußert wird, auch im Hinblick auf einzelne Gerichtsentscheidungen.

Dem Leser sollte jedoch bewusst sein, dass ihm keine exemplarischen Rechenbeispiele präsentiert werden, um das Dickicht der einzelnen Berechnungen einer Kapazitätsberechnung zu durchdringen. Dies mag mitunter darin begründet sein, dass nicht jede Hochschule einheitliche Kapazitätsberechnungen präsentiert und die Überprüfung dieser Kapazitätsberechnungen mitunter sehr diffizil ausfällt. Andererseits wäre die Darstellung von einigen exemplarischen Rechenbeispielen mehr als hilfreich gewesen, um die mathematischen Berechnungen der Kapazitäten auch dem Neuling im Hochschulkapazitätsrecht näherzubringen. So verbleibt es doch letztlich bei der Darstellung von Grundsätzen und einigen Besonderheiten, was wohl auf die Zielsetzung eines Kommentars der Kapazitätsverordnung zurückzuführen ist. Möglicherweise können die Autoren diese angebrachte Kritik in der nächsten Neuauflage unterbringen.

Im Hinblick auf das Literaturverzeichnis ist erneut zu konstatieren, dass dieses überwiegend auf Quellen der Autoren zurückgreift. Dies ist jedoch zum einen dem Umstand geschuldet, dass das Hochschulkapazitätsrecht ein – wie bereits erwähnt – ein sehr komplexes Rechtsgebiet ist, welches nur von wenigen Experten beherrscht wird. Zum anderen sind es die Autoren selbst, die sich in diesem Bereich seit mehr als 35 Jahren spezialisiert und dementsprechend auch publiziert haben. Eine Bandbreite an Literatur ist in diesem Gebiet immer (noch) nicht vorhanden.

Insgesamt erweist sich auch diese Publikation der Autoren als äußerst profundes Nachschlagewerk, welches das umfangreiche Rechtsgebiet des Hochschulkapazitätsrechts sehr gut lesbar aufbereitet hat. Dabei ist es unbestritten, dass eine Vielzahl von durchaus wegweisenden Entscheidungen von den Gerichten erst gar nicht veröffentlicht wird. Auch die nicht veröffentlichten Entscheidungen finden jedoch hinreichende Berücksichtigung im Band 2.

Band 2 des Hochschulkapazitätsrechts ist daher allen mit den Kapazitätsprozessen befassten Berufsgruppen unbedingt zu empfehlen. Das Werk ist die logische und zwingende Fortsetzung von Band 1. Da es ohnehin nur eine äußerst geringe Auswahl an Alternativen gibt, sind die beiden Bände weiterhin uneingeschränkt zu empfehlen.

Freitag, 26. September 2014

Rezension Zivilrecht: Insolvenzrecht

Reischl, Insolvenzrecht , 3. Auflage, C.F. Müller 2014

Von stud. jur. Marvin Jäschke, Göttingen


In der 2014 erschienenen 3. Auflage des "Insolvenzrecht[s]" von apl. Prof. Dr. Klaus Reischl findet das Lehrwerk aus der Reihe "Jura auf den Punkt gebracht" des C.F. Müller-Verlags seine gelungene, rund 320 Seiten starke, Fortsetzung. Es richtet sich vornehmlich an Studierende im Schwerpunkt; aber auch Referendaren und Praktikern bietet das praxis- und rechtssprechungsorientierte Werk schnelle (Ab-)Hilfe in insolvenzrechtlichen Fragen. Zudem fand die am 1. Juli 2014 in Kraft getretene Neuregelung der Verbraucherinsolvenz bereits Berücksichtigung.

In seinem Aufbau geht die 3. Auflage bereits eingeschlagene - und auch bewährte - Wege. Anlehnung findet die Struktur des Lehrwerks nämlich, nach einer kurzen Einleitung (§1), am chronologischen Ablauf des Insolvenzverfahrens: Nach der Zulässigkeit (§2) und Begründetheit (§3) des Insolvenzantrags, dem Eröffnungsverfahren (§4) sowie der Rechtswirkung der Eröffnung (§5), folgen Ausführungen zum Umfang und Schutz der Insolvenzmasse (§6) und den "Gläubigerarten" (§7). Anschließend werden die insolvenzrechtliche Anfechtung (§9), die Abwicklung (§10)  und das Insolvenzplanverfahren sowie die Eigenverwaltung (§11) dargestellt; mit einem überraschenden Effekt: Durch diesen Aufbau gelingt es dem Autor, der neben seiner Lehrtätigkeit auch Fachanwalt für Insolvenzrecht ist, den Leser durch das gesamte Insolvenzverfahren zu führen, dabei kostbare Orientierungspunkte zu bieten und so eine effektive Nutzung des Werks bei der Falllösung zu ermöglichen. So ist es allein anhand der abgeschlossenen Phase im Insolvenzverfahren möglich, den Fall im Verfahrensablauf einzuordnen und die dann einschlägigen Kapitel zu konsultieren; ein - auch für Praktiker - nicht zu unterschätzender Vorteil.

Im Übrigen erleichtert auch der gute und klare Sprachgebrauch das Verständnis. Zudem ermöglichen 44 Fälle in den Kapiteln 1-9 das fallbegleitende Lernen und dienen als Veranschaulichungsmaterial. Die Sachverhalte finden sich dabei - wie aus der Schriftenreihe bekannt - am Anfang eines jeden Kapitels, während die Lösungen an den relevanten Stellen im Text zu finden sind.

Den inhaltlichen Abschluss des Werks bilden die - etwas lieblos wirkenden - (Kurz-)Kapitel über das neue Verbraucher- und Nachlassinsolvenzverfahren (§12) sowie Internationale Insolvenzverfahren (§13). Mit acht bzw. zehn Seiten fallen diese etwas knapp aus und können dem Leser deshalb nur einen kleinen Einblick in die Materien gewähren. Zudem fehlen hier auch die kleinen - und sonst so hilfreichen - Fallbeispiele, die die Anschaulichkeit m.E. noch erhöhen würden.

Erfreulich dagegen ist wiederum der Anhang, der durch Muster-Antragsformulare und Muster-Gerichtsbeschlüsse Einblicke in die Praxis bietet und auf den an den entsprechenden Textstellen auch verwiesen wird. Wirklichen Mehrwert generiert dieser zwar wohl nur für Referendare und Jung-RAe, dennoch rundet der Anhang den Eindruck eines praxisorientierten Lehrwerks ab und ist auch für den Studierenden interessant.

Mit dem Werk "Insolvenzrecht" von Reischl  bietet C.F. Müller - Verlag ein solides Werk für den Studierenden im Schwerpunkt, das es mit verständlicher Sprache, vielen Beispielfällen und mit praxisorientiertem Aufbau und Inhalt schafft, die prüfungsrelevante Materie des Insolvenzrechts dem Studierenden fundiert zu vermitteln. Zwar wäre insbesondere bzgl. des neuen Verbraucherinsolvenzverfahrens eine tiefgreifendere Darstellung wünschenswert - dies kann und soll aber die im Übrigen exzellenten und praxisorientierten Ausführungen zum Insolvenzrecht nicht schmählern.