Sonntag, 11. Dezember 2016

Rezension: Urheberrecht

Bisges, Handbuch Urheberrecht, 1. Auflage, Erich Schmidt 2016

Von Ass. iur. Sarah Hoyer, Dresden



Mit der fortschreitenden Weiterentwicklung des Internets und der digitalen Medien gewinnt auch das Urheberrecht zunehmend an Bedeutung. Das Recht des Urhebers eines Werkes auf den Schutz seines geistigen Eigentums wirft bei der Bearbeitung eines Falls eine Vielzahl von Fragen auf, die es für eine erfolgreiche Interessenvertretung zu beantworten gilt. Was bedeutet Urheberrecht? Wer ist Urheber eines Werkes? Wie kann sich der Urheber eines Werkes vor Eingriffen in sein Recht auf geistiges Eigentum schützen? Oder, wie lange dauert der Urheberrechtschutz überhaupt? All diese und viele weitere Fragen lassen sich mit dem „Handbuch Urheberrecht“, welches 2016 in seiner 1. Auflage von Prof. Dr. iur. Dr. rer. pol. Marcel Bisges, LL.M. herausgegeben wurde, beantworten. Der Herausgeber und die Bearbeiter, welche in der Praxis, Forschung und Lehre tätig sind, haben dieses Buch als Praxishandbuch konzipiert.

Das Buch gliedert sich in elf Kapitel. Im ersten Kapitel werden die Grundlagen und somit die Entstehung des Urheberrechts und die Urheberschaft umfassend abgehandelt. Der Urheber wird durch das Urheberrecht in seinen geistigen und persönlichen Beziehungen zum Werk und in der Nutzung des Werkes geschützt. Außerdem soll der Urheber nach § 11 des Urheberrechtsgesetzes auch eine angemessene Vergütung für die Nutzung seines Werkes erhalten. Dies soll durch das Urheberrecht sichergestellt werden. Der Inhalt des Urheberrechts, also das Urheberpersönlichkeits- und das Verwertungsrecht, sind Gegenstand des zweiten Kapitels. Nach § 15 Abs. 1 Urheberrechtsgesetz hat der Urheber das ausschließliche Recht, sein Werk in körperlicher Form zu verwerten; das Recht umfasst insbesondere das Vervielfältigungsrecht, das Verbreitungsrecht und das Ausstellungsrecht. Aber auch das Recht zur öffentlichen Wiedergabe obliegt dem Urheber. Dennoch stellt sich die Frage, wie lange dauert der Urheberrechtschutz und gibt es Ausnahmen die beispielsweise eine Einschränkung des alleinigen Nutzungsrechts des Urhebers rechtfertigen? Im dritten und vierten Kapitel des Buches geht es daher um die Schranken sowie die Verwertung des Urheberrechts.

Das Softwareurheberrecht und die technischen Schutzmaßnahmen sowie das Filmurheberrecht sind Thema des fünften und sechsten Kapitels. Gegenstand des nächsten Kapitels ist der Rechtsschutz im Urheberrecht. Der Leser findet dazu im Buch umfangreiche und übersichtlich ausbereitete Ausführungen, welche zivilrechtlichen Ansprüche bei einer Rechtsverletzung bestehen bzw. was die strafrechtlichen Folgen einer Urheberrechtsverletzung sein können. Außerdem findet man Ausführungen zum Urheberrecht in der Zwangsvollstreckung und der Insolvenz. Da nach dem Urheberrechtsgesetz das Urheberrecht vererbbar ist und der Rechtsnachfolger des Urhebers die dem Urheber nach dem Urheberrechtsgesetz zustehenden Rechte hat, soweit sich keine abweichenden Regelungen finden, geht es im neunten Kapitel des Buches rund um die Frage der erbrechtlichen Rechtsnachfolge. Aber auch die rechtsgeschäftliche Rechtsfolge sowie ein Verzicht auf das Urheberrecht werden thematisiert. Die letzten beiden Kapitel beschäftigen sich schließlich noch mit den verwandten Schutzrechten sowie dem internationalen Urheberrecht.

Anliegen des Herausgebers und der Bearbeiter des Buches ist es, das Urheberrecht unter besonderer Berücksichtigung der für die Praxis relevanten Aspekte umfassend darzustellen. Dies ist mehr als gelungen. Der Leser kann sich mit dem Handbuch zum einen überblicksartig in das Rechtsgebiet des Urheberrechts einarbeiten und zum anderen bekommt er aber auch tiefergehende Fragen fundiert beantwortet.

Besonders ist noch hervorzuheben, dass im Anhang des Buches Muster zum Bespiel für eine anwaltliche Abmahnung oder für eine Unterlassungserklärung, und des Weiteren Checklisten, beispielsweise für das Erstveröffentlichungsrecht, abgedruckt sind.