Montag, 5. Juni 2017

Rezension: Kommunalrecht Nordrhein-Westfalen

Bätge, Kommunalrecht Nordrhein-Westfalen, 4. Auflage, C.F. Müller 2016

Von Stud. iur. Lara Ruckh, Münster



Das Werk „Kommunalrecht Nordrhein-Westfalen“ von Frank Bätge, tätig an diversen Hochschulen und Prüfer im ersten und zweiten juristischen Staatsexamen sowie für die Staatsprüfung des gehobenen Dienstes, richtet sich an Studierende, egal, ob kurz vor dem Staatsexamen oder noch zu Beginn des Studiums. Ausführlich werden alle relevanten Themen des Kommunalrechts besprochen, wobei der Fokus insbesondere auf den kommunalen Rechtssubjekten, ihren Aufgaben und ihrer Organisation, dem Kommunalstreitverfahren, dem Satzungsrecht und der Kommunalaufsicht liegt. Dabei wird vom Autor stets darauf geachtet dem Leser das klausurrelevante Wissen anschaulich und einprägsam, aber nichtsdestotrotz hinreichend detailliert, näher zu bringen.

Das Buch beginnt mit „Tipps vom Lerncoach“, gegeben von einem Psychologen, der sich mit der Leistungsfähigkeit, der Ernährung und dem Tagesrhythmus von Studierenden befasst. So sympathisch und wichtig ich diese Tipps auch finde, gehören sie meiner Meinung nach nicht in ein allgemeines Lehrbuch zum Kommunalrecht. Zeit ist – insbesondere in der Examensvorbereitung – knapp und so wird die Mehrheit der Studenten dieses Kapitel wohl getrost überlesen. Passender finde ich eine solche generell natürlich hilfreiche Thematik eher in Büchern, die sich umfassend mit der Vorbereitung auf das Staatsexamen oder ohnehin mit Lerneffektmaximierung beschäftigen.

Sehr ansprechend finde ich dagegen schon auf den ersten Blick die Optik des Buches. Helle und freundliche Farben, Schriftgröße und Buchformat machen einen sehr modernen Eindruck. Die Prüfungsschemata lassen sich leicht auf einen Blick erfassen und „abspeichern“. Weiterhin gefallen mir die immer wieder auftauchenden „Hinweise“, die sofort deutlich machen, wie man das eben Erlernte mit bereits Vergangenem verknüpfen kann und insbesondere an welcher Stelle im Gutachten es anzusprechen ist. Ebenso positiv ist die Illustration von Definitionen, die immer gesondert dargestellt werden und sich so leicht auf Karteikarten o.Ä. übertragen lassen. Schließlich werden sogar Problemschwerpunkte am Rand des Fließtextes hervorgehoben, sodass sich auch in Zeitnot, beispielsweise vor einer Klausur, noch einmal das Wichtigste wiederholen lässt.

Immer wichtiger werdend und hier optimal umgesetzt ist auch die Möglichkeit des nachträglichen Überprüfens im Online-Wissens-Check. Dort wird das eben Erlernte bei Bedarf durch das Abfragen von Definitionen, Wissens- und Aufbaufragen individuell trainiert.

Obwohl bereits im Fließtext immer wieder kleine Beispielsfälle untergebracht sind, die Schritt für Schritt gelöst werden, befindet sich auch am Ende jedes Kapitels ein umfangreicher Übungsfall, der grafisch aufbereitet und anschließend ausführlich im Gutachtenstil gelöst wird. Dies empfinde ich persönlich immer als sehr hilfreich, denn nur so lernt man, die kommunalrechtlichen Problematiken in einer Klausur entsprechend wiederzugeben.


Insgesamt kann ich das Skript zum Kommunalrecht Nordrhein-Westfalen jedem Studierenden, egal ob Anfänger*in oder Examenskandidat*in, wärmstens empfehlen. Ich habe den Eindruck gewonnen, dem Autor war es sehr wichtig, dieses an der Universität oder Fachhochschule oft sehr vernachlässigte Rechtsgebiet spannend aufzubereiten und somit das Interesse des Lesers weitergehend zu wecken. In meinem Fall ist dies jedenfalls gelungen.